Bewegungskunst, Meditation und Philosophie
Tai Chi Chuan ist eine Bewegungskunst aus China, die auf 2000 Jahre alten Erkenntnissen des Taoismus basiert.
Heutzutage wird Tai Chi Chuan hauptsächlich wegen seiner heilsamen Einflüsse auf den Menschen und aus Freude an der Bewegung ausgeübt. Tai Chi bedeutet 'das höchste Prinzip' oder 'Lehre von Yin und Yang', Chuan 'die Faust' oder 'der Weg' und weist damit auf die ursprüngliche Bedeutung des Tai Chi als Kampfkunst und zur Selbstverteidigung hin.
Nach der taoistischen Philosophie besagt die Lehre von Yin und Yang, das alle Polaritäten (z.B. aktiv und passiv, hart und weich, voll und leer) zusammengehören und eine lebendige Einheit bilden. Yin und Yang finden im kontinuierlichen Wechselspiel zu einer harmonischen Balance, die auch im Tai Chi erreicht werden soll.
Durch einen Mönch namens Chang San-Feng in den Wudang-Bergen (China) begründet, wurde es von verschiedenen Familien weiterentwickelt und traditionell als Familiengeheimnis bewahrt und weitergegeben.
Inzwischen gibt es mehrere Tai Chi Stile, deren Namen sich aus ihrer jeweiligen Familie herleiten. Der bekannteste Stil ist der Yang-Stil, den weltweit etwa 90% aller Tai Chi Übenden in Variationen praktizieren. Begründer des Yang-Stiles war Yang-Lu Chan, ein aussergewöhnlich talentierter Mann, der im 19. Jahrhundert den Chen-Stil erlernte und ihn zu einem populären und erfolgreichen System weiterentwickelte. Seine Nachfahren, Yang Chien-Hou und Yang Cheng-Fu (dieser im besonderen) verbreiteten den Yang-Stil durch öffentlichen Unterricht in China. Der älteste Sohn Yang Chen-Fu's, Yang Shou-Chung (gestorben 1985) war zu Lebzeiten der führende Vertreter seiner Familie und sorgte gleichfalls dafür, dass der Stil weiterentwickelt und verbreitet wurde. Sein erster Meisterschüler, Mr. Ip Tai-Tak lebt in Hongkong. Sein zweiter Meisterschüler, Großmeister Gin Soon Chu, unterrichtet heute in Boston, USA. Sein dritter Meisterschüler, Mr. King-Hung Chu lebt in London, England. Stephan Hagen, 'special student' von Großmeister Gin Soon Chu, ist der einzige von ihm autorisierte Lehrer in Deutschland.
Silke Sander lernt seit 1998 bei Stephan Hagen, assistiert in seiner Schule und bildet sich dort ständig weiter.

Für alle Menschen gleichermaßen
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Tai Chi Chuan eignet sich für jeden Menschen, der normal spazieren gehen kann, gleich welchen Alters oder Geschlechts.
Trotz der komplexen Wirksamkeit baut es auf einem einfachen, prinzipiell von Jedem erlernbaren Übungssystem auf.
Jeder Interessierte beginnt mit den Übungen auf dem Entwicklungsstand, wo er sich gerade befindet. Der Einzelne bestimmt das eigene Wachstum durch die Häufigkeit seines Übens selbst und kann so zu einer individuellen Ausgewogenheit finden, denn der Weg des Erlernens ist das Ziel...
Tai Chi Chuan eröffnet die Möglichkeit, bis ins hohe Alter fit, geschmeidig, entspannt und voller Lebensfreude zu bleiben.
Mit entspannter Aufmerksamkeit werden die langsamen, weichen und fließenden Bewegungen ausgeführt. Hierbei behält der Übende zu jeder Zeit Kontrolle über seinen Körper und vermeidet dadurch Überforderung.
Tai Chi Chuan wirkt auf mindestens 3 Ebenen gleichzeitig:
· Auf geistiger Ebene steigert es die Konzentration, verhilft zu Ausgeglichenheit und Stärke und bewirkt Gelassenheit.
· Auf körperlicher Ebene löst es Blockaden und Verspannungen, regt die Hormonproduktion an, stärkt das Immunsystem und korrigiert Haltungsfehler. Dazu wachsen körperliche Kraft und Wohlbefinden.
· Auf energetischer Ebene fördert es den 'Chi'-Fluss (Universelle Lebensenergie) und erzielt eine optimale Nutzung und Mehrung der persönlichen Energieressourcen.
Auf diese Weise hebt Tai Chi Chuan das Selbstvertrauen, intensiviert die Körperwahrnehmung und führt zu Anmut und Leichtigkeit.

Drei Säulen bilden die Grundlage des Tai Chi Chuan
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· Die Handform
Den Einstieg in die Kunst des Tai Chi Chuan bildet die sogenannte Handform. Der Übende erlernt eine seit Jahrhunderten überlieferte Form aus aneinander gereihten Bewegungen, die aus drei Teilen besteht. Der erste Teil heisst 'Die Erde'. Er beinhaltet Basisübungen des Tai Chi Chuan. Der zweite Teil heisst 'Der Himmel'. Er umfasst aufbauende Techniken und Bewegungen. Der dritte Teil heisst 'Der Mensch'. Hier werden Basisübungen und aufbauende Bewegungen miteinander verbunden und stellen dar, wie der Mensch, in chinesischer Vorstellung, zwischen Himmel und Erde steht.
Hierbei geht es u.a. darum, dem Körper Gelegenheit zu geben, durch langsame Bewegungen Stärke und korrekte Bewegungsmuster zu entwickeln, Konzentration zu üben und den Geist zur Ruhe zu bringen.
· Qi Gong (Chi Kung)
Beim Tai Chi Qi Gong handelt es sich um Einzelübungen am Platz. Es dient mit sogenanntem Qi Gong Stehen (Übungen zu Pflege und Mehrung der Körperenergie) und Nei Kung (innere Übungen) dem Aufbau und der Geschmeidigkeit der Bänder und Sehnen, der inneren Gelassenheit, Fokussierung des Willens und allgemeiner körperlicher Strukturverbesserung und Erstarkung den gleichen Zielen wie Tai Chi Chuan. Ausserdem ergänzt es auf ideale Weise die Bewegungen des auf Selbstverteidigung ausgerichteten Tai Chi Chuan.
· Partnerübungen
Die Partnerform, San Shou genannt, verwirklicht in einem vorgegebenen Ablauf die Idee der Bewegung und nutzt hierbei u.a. Elemente aus der Tai Chi Form. Partnerübungen wie z.B. Pushing hands (Hände schieben) ergänzen das Übungsprogramm. Hierbei geht es darum, auf entspannte Weise mit den Bewegungsimpulsen des Anderen umzugehen, ohne den Halt zu verlieren oder in der eigenen Bewegung hart zu werden. Lerneffekt ist u.a. nachzugeben ohne aufzugeben oder sein Ziel aus den Augen zu verlieren. 'Das Weiche besiegt das Harte'.
Die Partnerübungen bilden die Basis und sind die Voraussetzung für wahre Könnerschaft im Yang-Stil Tai Chi Chuan.
Schließlich gibt es auch noch Waffenformen wie z.B. Säbel, Schwert und Stock, die aufbauend erlernt werden können. Sie sind u.a. geeignet, um zu lernen, einen Gegenstand, beispielsweise einen Kugelschreiber, in den eigenen Bewegungsablauf zu integrieren, ohne gleichzeitig zu verspannen. Zudem erleben viele Menschen, die zunächst nur zögerlich eine Waffe in die Hand nehmen, oft eine Überraschung, wenn sie feststellen, wie viel Spass mit dem Erlernen der Waffenformen verbunden ist.
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© 2002-2012 Tai Chi Chuan und Qi Gong Schule Silke Sander
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